Doris Gutermuth

Ich bin Psychologin und Psychotherapeutin mit eigener Praxis für Psychotherapie, Coaching und Supervision und seit 2003 künstlerisch tätig. Ausbildung in Grafik-Design und visueller Kommunikation bei Prof. Karl Oskar Blase, Kassel. Mein Hauptprojekt: Die Märchen der Brüder Grimm in Storyboards neu zu erzählen und den Märchenfiguren als mobiler Gesellschaft dabei auf dem Zebrastreifen einen neuen Platz zu geben.

Prof. Dr. Holger Erhardt, Universität Kassel:

Die mobile Gesellschaft in den Märchen der Brüder Grimm
Märchenillustrationen auf Zebrastreifen-Design

Der Stil des Märchenerzählens – die Gattung Grimm – in Verbindung mit den Illustrationen von Ludwig Emil Grimm stellte in 1820er Jahren eine Anregung für die Neugestaltung von Text in Verbindung mit Bildern dar. Seine meisterhaften Illustrationen förderten die Beliebtheit und Bekanntheit der Grimm’schen Märchensammlung, die bis zur Ausgabe letzter Hand im Jahre 1857 beachtlichen Umfang gewann. Neuauflagen der 211 Märchentexte waren schnell vergriffen und Märchenillustratoren fanden reichlich Betätigung.

Diese im 19. Jahrhundert begonnene Erfolgsgeschichte sollte zu Beginn des 20. Jahrhunderts mit einer prachtvollen Jubiläumsausgabe ihre Fortsetzung finden. Otto Ubbelohde begegnete diesem Anspruch auf innovative Weise: Er verortete die Märchen und ihre Protagonisten wiedererkennbar in Kulturlandschaften von den Alpen bis zum Meer. Zudem verließ er den eingefahrenen Weg der titelbezogenen Ein-Bild-Illustration. Mit seinen in der Formensprache des Jugendstils ausgeführten Märchenillustrationen legte er neue Maßstäbe vor.

Die Flut an bewegten und unbewegten Bildern, die in analogen und digitalen Medien des 21. Jahrhunderts anzutreffen sind, hat auch auf die Märchenillustrationen Einfluss genommen. Fülle, Farbigkeit und nie versiegende Kreativität finden medial in unterschiedlichsten Stilrichtungen weltweit ihren Widerhall. Das Märchen-Faszinosum erweist sich als zeit- und grenzenlos. In dieser unübersichtlich gewordenen Lage eine innovative Jubiläums-Illustration zu erfinden, die wegweisend für das 21. Jahrhundert ist, stellt eine anspruchsvolle Aufgabe dar. Doris Gutermuth stellte sich 100 Jahre nach den Ubbelohde’schen Märchenillustrationen und in Erinnerung an die Textlastigkeit der Grimm’schen Anfänge dieser Herausforderung.

Neben ihrer Ausbildung in Grafik-Design und visueller Kommunikation bei Karl Oskar Blase bringt Doris Gutermuth noch ihre Berufserfahrungen als Psychoanalytikerin und Psychodrama-Therapeutin in ihre Arbeit als Märchenillustratorin ein. Ihre Entdeckung der mobilen Gesellschaft in den Märchen der Brüder Grimm geht mit ihrem Können einher, systematische Textanalysen durchzuführen und deren Ergebnisse szenisch so in Bilder zu fassen, dass eine märchenerzählende Bilderwelt ohne Sprechblasen und erläuternde Untertitel auskommt.

Doris Gutermuth richtet den Märchen und den darin agierenden Märchenfiguren mit dem Zebrastreifen-Design eine Bühne als beständigen Austragungsort ein. Die Künstlerin geht in der Verknüpfung von traditioneller Handzeichnung und digitaler Bildbearbeitung einen Schritt auf die von historischen Jahrmärkten bekannten Bildertafeln der Moritatensänger zu und findet zugleich neuzeitliche Wege, ihre Storyboards in digitalen Spielwelten via Internet global zu verbreiten. Bilder erzählen die Märchen. Der Text kann wahlweise begleitend hinzugezogen werden.

Otto Ubbelohdes Konzept von der Verortung in Kulturlandschaften nimmt Doris Gutermuth auf und entwickelt neue Interpretationen. Die Heimatbezogenheit findet im Zebrastreifen-Design, dem Symbol für Schutz und Sicherheit beim Überqueren der Straße, ihren Ausdruck. Der Anspruch, alle 211 Märchen der Grimmschen Sammlung zu illustrieren, führt zu der hohen Zahl von 8500 konzipierten Einzelbildern, die Sammelleidenschaft hervorrufen.

Doris Gutermuth sieht in den Brüdern Grimm ihre Vorbilder. Sie sagt selbst, auch sie werde höchstwahrscheinlich zu Lebzeiten mit ihrem Projekt nicht zum Abschluss kommen, aber der Nachwelt ihre Gestaltungspläne und Skizzen hinterlassen, nach denen Grafiker die Illustrationen für alle 211 Märchen vollenden können. Dem Lebenswerk der Künstlerin wurde bereits im Jahre 2011 die dauerhafte Bewahrung in der Handschriftenabteilung der Murhardschen Bibliothek zugesichert.

Lesen

Vita

ART

Ausstellungen, Installationen, Projekte

2003 | Beginn der künstlerischen Arbeit im Rahmen der Kasseler Bewerbung zur Kulturhauptstadt 2010: Zebrastreifen-Projekt „Kunst beschützt Leben“
Informationen dazu:
www.kunst-beschuetzt-leben.de
Gutermuth & Petschelt: Kunst beschützt Leben, in: Ausstellungskatalog Pincemin – Malerei / 2005, Seite 70

2007 | Zebrastreifen-Kunstprojekt im E.ON Mitte Kassel Marathon

10. 12.08 – 06.02.09 | Gruppenausstellung „Grimmskrams & Märchendising. Die Popularität der Brüder Grimm und ihrer Märchen in Hessen heute“: Grimm-Boxes. Brüder Grimm-Stube Marburg/Lahn.

15. 09. – 16.10.09 | Gruppenausstellung: „Zeit“ / UPK Kunstpreis 2009. Unternehmenspark Kassel

17.- 20. 12.12 | Teilnahme am internationalen Brüder Grimm-Kongress „Märchen – Mythen – Moderne“ in Kassel
Werkstattberichte Brüder Grimm Kongress 2012 »

Dez 1012 – Jan 2013 | Konzeptausstellung:  „Hänsel und Gretel“. Märchenillustration auf Zebrastreifen-Design. Deutsches Generalkonsulat der Bundesrepublik Deutschland in Shanghai.
Ab Frühjahr 2013 in der Deutschen Schule Shanghai
Artikel auf der Webseite der Vertretung der Bundesrepublik Deutschland in der Volksrepublik China »

2013 | Einzeldauerausstellung: Die mobile Gesellschaft in den Märchen der Brüder Grimm – Märchenillustrationen auf Zebrastreifen-Design. Institut für Kultur- und Geisteswissenschaften Uni Kassel

11.05.-05.07.13 | Gruppenausstellung: „Randnotizen zur d(13)“. Anthroposophisches Zentrum Kassel

10. 07.14 | Unterirdischer Märchen-Zebrastreifen im Fußgängertunnel Frankfurter Straße / Dennhäuser Straße / Eröffnung im Rahmen des Festakts des Heimatvereins Dorothea Viehmann Kassel-Niederzwehren e.V. im 60-jährigen Gründungsjubiläumsjahr
HNA 12.07.14: Enthüllung der Bildertafel „Rotkäppchen“ »

19. 11.14 | Wie kommen Frau Holle & Co. auf den Zebrastreifen? Sehen – Staunen – Sammeln – Spielen. Märchen-Aktionstag in der Jugendbücherei der Stadtbibliothek Kassel

24. – 25. 04.15 | Einzelausstellung: Wie kommen Rotkäppchen & Co. auf den Zebrastreifen? Atelier Florian Funck Melsungen

27. 04 – 17.05.15 | Plakat- und Schaufensterausstellung in der Melsunger Innenstadt
HNA 20.04.15 »
HNA 22.04.15 »

11.06.-24.09.17 | Ausstellung: Schutzraum Kirche – Schutzraum Zebrastreifen. Johannis Kirche Wolfsanger
Info »

Vorauss. ab 2018 | Aufnahme der gesamten handschriftlichen Ausarbeitungen und grafischen Gestaltungspläne aller 211 Bildergeschichten (Storyboards) in die Handschriftensammlung der Murhardschen Bibliothek Kassel, nach Fertigstellung der Umbau- und Erweiterungsarbeiten am Gebäude der Murhardschen Bibliothek

Veröffentlichungen, Aufführungen

„Wie der Zissel zu seinem Namen kam“, Beitrag in der Anthologie des Nordhessischen Autorenwettbewerbs „Salto mortale – wie wir leben“ (Verlag Wortwechsel 2008)

„Die Treppe“, Beitrag in der Anthologie des Nordhessischen Autorenwettbewerbs „Planet Kassel – Literarische Annäherungen“ (Verlag Wortwechsel 2012)

„Wie der Zissel zu seinem Namen kam“. Uraufführung im Ottoneum am 15. Juli 2016
HNA 18.07.16 »

Internationale Sammlung originaler Verkehrszeichen für Fußgängerüberwege

Seit 2007 engagiere ich mich für eine Internationale Sammlung originaler Verkehrszeichen für Fußgängerüberwege mit Exponaten aus allen fünf Kontinenten. Die Sammlung wurde mit Unterstützung der Kasseler Städtepartnerschaften, des Auswärtigen Amtes in Berlin, Konsulaten, Botschaften und internationalen Beiträgern ständig ausgebaut.
(k)Kulturmagazin Mai 10 »
Thüringer Allgemeine / Arnstädter Allgemeine 03.08.10
Lettre aus Berlin, Vier 2010
HNA 31.10.14 »

PSYCHE
Studium der Psychologie in Marburg/Lahn 1974 – 1980

1980 – 1991
Klinische Psychologin und Psychotherapeutin in
Fachklinken für Psychosomatik und psychogene Erkrankungen,
psychiatrischer Institutsambulanz und Tagesklinik
Dozentin und Supervisorin in der ärztlichen Fortbildung
Psychodrama-Therapeutin / Moreno-Institut Stuttgart
Psychoanalytikerin / Lou-Andreas-Salomé-Institut Göttingen
Gruppenanalytikerin

Seit 1991
Niederlassung in Kassel
Praxis für Psychosomatik und psychogene Erkrankungen
Mitglied der Deutschen Psychoanalytischen Gesellschaft (DPG)

Seit 2007
Privat-Praxis in Kassel
Anwendung der Psychoanalyse in
Psychotherapie, Beratung (Coaching) und Supervision

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